Bericht im Schaffhauser Bock (Lara Gansser)

 

Zwischen Mode und Benefiz: Francis Batali designt unter dem Label William Streetwear. Und spendet einen Teil jedes verkauften Produkts nach Togo.

 Das grosse W mit den drei Kronen ist zum Markenzeichen seiner Kollektionen geworden. Unter dem Brand William by Batali designt der Schaffhauser Francis Batali lässige und bequeme Mode, genauer gesagt Streetwear. Gegründet wurde das Label William im Jahr 2019, im April hat er nun die zweite Kollektion – alles in Pastellfarben – auf den Markt gebracht. Seit etwa zwei Monaten ist Francis Batalis Atelier in der Kammgarn West untergebracht. «Ich bin nicht sehr geduldig. Wenn ich etwas im Kopf habe, muss ich es gleich umsetzen», so der William-Gründer. Doch er will nicht nur stylische Produkte verkaufen, sondern einen kleinen Beitrag für eine bessere Welt leisten: 20 Prozent seines Gewinns spendet er an ein Waisenhaus in Togo.

 

Vor zwei Jahren gründete der Schaffhauser Francis Batali das Modelabel William. Heute verkauft er seine Kollektionen auch über die Schweizer Grenzen hinaus. Ein Porträt über einen Mann, der stylische Mode mit einem guten Zweck verbindet.

 

Lässig und souverän empfängt Francis Batali zum Interview in seinem Atelier an der Baumgartenstrasse in Schaffhausen. Von der einen Wand prangt ein grosses Graffiti, das zum Stil seiner Mode passt: Bequem und hip. Erst diesen April hat er seinen eigenen Showroom, wie er ihn nennt, im Kammgarn-West-Gebäude eingerichtet. Dort verkauft er Shirts, Hoodies, Caps und mehr. Sein Markenzeichen: Das grosse W mit den drei Kronen.

 

Das steckt hinter dem Brand

«Nein, William ist nicht mein zweiter Vorname», klärt Francis Batali gleich zu Beginn des Gesprächs auf. Der Name habe ihm einfach schon lang gefallen. Die Kronen auf der William-Mode symbolisieren, dass es sich um etwas edlere Streetwear, oder auch Alltagskleidung, handelt. «Inspiriert haben mich die drei Kronen auf dem Hockeyshirt der schwedischen Nationalmannschaft», so der 38-Jährige. Die meisten William-Shirts sind oversize, also bewusst zu gross geschnitten. Ganz nach dem Motto «wear different – stay different» (Deutsch: Anders tragen – anders bleiben) ist Francis Batali wichtig, dass William eine Marke für Menschen ist, die zu sich selbst stehen. «Egal welche Herkunft oder was für eine Figur, Leute die William tragen, sollen sich abheben», so der Label Gründer.

 

Style für den guten Zweck

Wer einen William-Hoodie in der Hand hat, merkt schnell: Die Kleidung ist schwer, ein Hoodie wiegt gut 1,2 Kilogramm. «Diese hohe Grammatur von etwa 240 Gramm spricht für eine hohe Qualität», erklärt er. Normale Shirts hätten etwa eine Grammatur von 140 bis 160 Gramm.

Neben Hoodies umfasst das Sortiment T-Shirts, lange und kurze Trainerhosen, einen Windstopper und Caps. Francis Batali produziert jeweils 200 Exemplare pro Produkt, dann ist die Serie ausverkauft. Bedeutend ist für den Unternehmer, wo seine Mode produziert wird. «Bei mir kommt alles aus Europa», so der 38-Jährige. Die neuste Pastell-Kollektion werde in Portugal produziert. «Mir ist wichtig, dass es keine billige Bangladesch-Ware ist, bei der Kinderarbeit Standard ist.»

Diese Philosophie spiegelt sich in einem zweiten Punkt wieder: Francis Batali spendet 20 Prozent seines Gewinns für einen wohltätigen Zweck. Und nicht irgendeinen wohltätigen Zweck, sondern ein Waisenhaus in Togo, das seine Mutter aus eigener Initiative aufgebaut hat. Beide Elternteile sind aus Togo, aufgewachsen ist Francis Batali aber in Stein am Rhein, heute lebt er in Schaffhausen. «Dann, vor 14 Jahren, entschied meine Mutter zurück nach Togo zu gehen», so Francis Batali. Fortan unterstützten er und seine Geschwister ihre Mutter in dem Projekt. «Und ich wusste von Anfang an: Wenn ich Geld mit Kleidern verdiene, bekommt sie einen Teil davon» Heute leben 18 Kinder in dem Waisenhaus, Francis Batali war zuletzt 2020 vor Ort: «Mir ist es wichtig, der Gesellschaft etwas zu geben. Wenn jede und jeder etwas Gutes tut, können wir zusammen sehr viel erreichen.»

 

Mode auch für 65-Jährige

Die Hauptzielgruppe der William-Kollektionen seien Jugendliche und junge Erwachsene bis 30 Jahre, meint Francis Batali. «Aber gerade die neuen Pastelltöne sprechen schon auch mal einen 65-Jährigen an», sagt er lächelnd.

Was Francis Batali besonders freut ist, dass auch immer mehr Schweizer Persönlichkeiten William tragen. Der 38-jährige arbeitet mit vielen Menschen auf einer freundschaftlichen Ebene zusammen, aber meint dazu: «Ich bin keiner, der Influencer anschreibt und ihnen kostenlos Produkte zuschickt. Besonders, da ein gemeinnütziges Projekt dahintersteckt, von dem die Käuferinnen und Käufer überzeugt sein sollen.» Es tragen unter anderem der ungarische Nati- sowie Kadettenspieler Gábor Császár und der Eishockeyspieler Jonas Siegenthaler von den New Jersey Devils die Mode von Francis Batali. «Ich freue mich auch in Schaffhausen jedes Mal, wenn ich jemanden in meinen Kleidern sehe», gibt er zu.

 

Gross träumen

«Es ist schon mein Traum, von William zu leben», so Francis Batali. Bis Ende Oktober 2020 hat der gelernte Kaufmann und studierte Betriebsökonome nebenher im Angestelltenverhältnis im Finanzbereich gearbeitet. Er hat diverse Projekte, die über WILLIAM-Custome laufen. So hat er beispielsweise die Rapper von «Sektion Züri» eingekleidet, für einen anderen Auftrag designt er gerade Poloshirts als Golfausrüstung. Aktuell arbeitet er unter anderem an einem Projekt mit dem Schaffhauser Kulturvermittler Beat Toniolo zur Unterstützung von Kulturschaffenden.

 

Bis nach New York

William steht für Offenheit und Solidarität. «Dass wir uns gegenseitig unterstützen, damit gewinnt man viel im Leben», so der Unternehmer. Francis Batali ist ein begeisterter Fussballer und trainiert bis heute Mannschaften des FC Schaffhausen.

Mittlerweile werden Francis Batalis Produkte auch über die Schweizer Grenzen hinaus verkauft. «Gerade letzte Woche ging ein Paket nach New York», erzählt der Schaffhauser. Was wünscht sich Francis Batali für die Zukunft? «Dass William noch bekannter und grösser wird», sagt er positiv gestimmt. Als nächstes können sich die Streetwear-Liebhaber nun auf Socken und Damenleggins freuen, meint Francis Batali.

Das Atelier in der Kammgarn West ist nur eine Übergangslösung, bis die PH Schaffhausen dort einzieht. Wie geht es dann weiter? «Ich bin überzeugt davon, dass dann wie immer wieder eine neue Türe aufgeht», so der Optimist.

 

 

 

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